Leitfähigkeit

Negative geladene Anionen, positiv geladene Kationen – Ionen sind Träger einer elektrischen Ladung und ermöglichen einen Stromfluss unter Wasser. Hauptsächlich verantwortlich dafür sind die Salze der Härtebilder (Calcium, Magnesium, Barium und Strontium). Für Wässer mit einer durchschnittlichen Zusammensetzung lässt sich als grober Richtwert festhalten, dass sich aus 1° deutscher Härte eine LEITFÄHIGKEIT von 33 µS/cm ergibt. 

Wer sich mit der Zucht empfindlicher Fische beschäftigt, sollte ein genaues Auge auf die LEITFÄHIGKEIT bzw. den Gesamtsalzgehalt des Wassers haben, da dieser wesentlich den osmotischen Druck des Wassers bestimmt. Die meisten tierischen und pflanzlichen Zellen können sich dem osmotischen Druck bzw. einem Anstieg der LEITFÄHIGKEIT anpassen, Ei- und Spermazellen können dies jedoch nicht, weshalb eine Zucht von Weichwasser-liebenden Fischen in hartem Wasser erfolglos bleibt.

Gefährlich ist übrigens der Wechsel von hoher zu niedriger LEITFÄHIGKEIT, da beispielsweise Pflanzenzellen hierbei aufquellen und die Gewächse Schaden nehmen. 

Messen lässt sich die LEITFÄHIGKEIT mithilfe von zwei Tauchelektroden unter Wechselspannung; je höher der Stromfluss, desto höher die Leitfähigkeit. Aber Achtung: Bei höheren Temperaturen steigt die Beweglichkeit der Ionen, weshalb diese immer mit angegeben werden muss, sobald von der Bezugstemperatur von 25°C abgewichen wird.

Da die Härtebildner in natürlichen Gewässern den größten Anteil der LEITFÄHIGKEIT darstellen, lässt sich diese zusammen mit der Gesamt- und Carbonathärte erhöhen. Für eine Senkung hilft auch hier vollentsalztes Wasser.